Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten(zusammengestellt am 29.11.2004) |
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Heuschrecken-Invasion vorerst kein Grund zur Beunruhigung Überrascht waren viele Urlauber in den letzten Tagen über die Ankunft der — in den spanischen Medien angekündigten — Invasion der Wanderheuschrecken. Die rot-farbigen, etwa 10 cm langen Langostas oder Cigarras (so werden sie im Spanischen genannt) fressen alles 'Grüne' weg, was sie auf ihrer Wanderung finden. Wer die Notizen in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet hatte, weiß, dass die Baumgrillen den gesamten Norden von Afrika überfallen und reichlich 'Kahlschläge' angerichtet haben. Von Mauretanien über die Sahara, den Senegal, Mali, Nigeria, den Tschad, Sudan, Gambia, bis hoch nach Marokko, und in Richtung Osten bis nach Ägypten, hat sich eine der schon in der Bibel beschriebenen "Sieben Plagen" reichlich verbreitet und vermehrt. Man spricht von mehreren Millionen Exemplaren.
Die für die Wanderung der Grillen günstigen Winde haben in den letzten Tagen bewirkt, dass eine große Anzahl jener 'Tierchen' die Meerenge zwischen dem afrikanischen Kontinent und dem kanarischen Archipel überqueren konnte. Lanzarote und Fuerteventura sind die Inseln, welche die Invasion als erste getroffen hatte. Auch die Wasserströmung hat ihr übriges dazugetan, weiß man doch, dass die Grillen — gar nicht so dumm! — 'Bälle' formen und sich so mit der Meeresströmung treiben lassen, bis sie wieder 'festen Boden unter den Füßen' haben. Dass einige dabei sterben, hat man an den Stränden und Buchten von Jandía nachvollziehen können. Obwohl man den Zivilschutz in Alarmbereitschaft versetzt hatte, spricht man in der Inselregierung noch nicht von einer Plage (bei 50 Individuen pro Quadratmeter) und schätzt die angelandeten Exemplare auf runde 5.000 (erste Bestandsaufnahme am 27.11.04). Für den Fall der Fälle hat man aus Gran Canaria allerdings bereits Insektengift angefordert, welches jedoch nur im äußersten Falle angewendet werden soll. Das Gift - 'clorpyrifos' (für Techniker: Clorpyrifos ethyl: O,O Diethyl O (3,5,6-tricloro-2-piridinil) fosforotiato (equivalent mit 940 grs. von I. A./Lt.) - greift direkt das vegetative Nervensystem der Tiere an und wirkt sowohl beim Fressen von behandelter (gespritzter) Vegetation als auch beim körperlichen Kontakt der Tiere mit der Giftlösung. Allerdings ist auch die Wirkung auf den Menschen nicht so ganz ohne, weswegen nur mit äußerster Vorsicht und unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gespritzt werden darf. So können das Einatmen oder Einnehmen Kopfschmerzen verursachen, die Sehkraft beeinflussen, erhöhten Tränenfluss und Mund- und Nasenflüssigkeit hervorrufen, allgemeines Unwohlsein, Muskelkrämpfe, Schwindelgefühl, Durchfall, plötzliche Wechsel des Pulses, u.a. Am 27. Nov. ist der Einsatz von dem weißen, kristallartigen Pulver, das Zucker ähnelt, von der Inselregierung zum Schutz der landwirtschaftlichen Anbauflächen genehmigt worden. Allerdings hoffte man auf das Drehen des Windes und auf — Regen!, welcher der aufkommenden Plage ein schnelles Ende setzen könnte. Beides traf letzte Nacht ein, sodass man heute schon wieder von Entwarnung spricht. Lassen Sie sich
übrigens nicht durch reißerische Schlagzeilen in Deutschland
verunsichern: Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art — das Gleiche
geschah zuletzt im Vorjahr mit einer anderen, kleineren Spezies der
Wandergrille - und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass
der Mensch sich dem Willen der Natur (fast) hilflos ausgesetzt fühlen
wird. Soviel Schaden die Grillen auch anrichten können, für den Menschen
selbst bedeuten sie keine (direkte) Gefahr. Das 'Parador Nacional Hotel
Playa Blanca' Die 'Paradores Nacionales' — Nationale Raststätten — sind ein Überbleibsel aus vergangenen Jahrzehnten, in denen der Staat eine 'eigene Hotelkette' betrieb. Jene Hotels der überwiegend mittleren bis gehobenen Kategorie trifft man auf spanischem Territorium in allen touristisch relevanten Gebieten an. Die ehemaligen staatlichen Hotels werden jetzt nach und nach verprivatisiert oder, wie im vorliegenden Fall von Fuerteventura, in die Obhut der regionalen Regierung übergeben. Das Hotel 'Parador Playa Blanca' war noch bis vor wenigen Jahren ein Hotel der 3-Sterne-Kategorie, in dem überwiegend Geschäftsreisende übernachteten, bevorzugt durch seine Lage direkt zwischen Flughafen und der Inselhauptsstadt Puerto del Rosario. Weiterhin als Hotel betrieben, pachtete die Inselregierung jenes und installierte dort zusätzlich eine Hotelfachschule zur Ausbildung angehender Köche, Kellner, Rezeptionisten, etc. Dem Antrag der
Inselregierung zur kompletten Übernahme des Paradors im Jahr 2002 hat
man nach einer zweijährigen Denkphase nun zugestimmt, und demnächst wird
die Hotel-Fachschule in den Grundbüchern als Eigentum Fuerteventuras
stehen, zusammen mit dem Grundstück von über 10.000 Quadratmetern. Die
Übernahme des Paradors ist für die Inselregierung kostenfrei, dank der
Zustimmung des spanischen Parlaments. Der 'Jetfoil' bleibt nun vorerst doch erhalten Entgegen einer vorhergehenden Information unserer Redaktion, welche die Ersetzung des Jetfoils durch eine neue Fähre ankündigte, hat sich der Betreiber, die Reederei Transmediterránea, jetzt doch zur Fortsetzung dieses Services entschlossen. Aufgrund der Anfang des Jahres angekündigten Stilllegung der Tragflächenboote hatten sich die Inselregierungsvertreter zur Beibehaltung der schnellen Verbindung mit der Mutterinsel Gran Canaria eingesetzt, wie aus Bürgerkreisen, allen voran die Pendler zwischen Fuerte und Gran Canaria, gefordert wurde. Verantwortliche der Reederei haben jetzt die Weiterführung der Fährverbindung bestätigt, und sogar noch einen draufgesetzt: der Jetfoil wird ab 4.12.04 die Strecke Gran Canaria — Fuerteventura gleich zweimal täglich absolvieren. Die neuen Abfahrtzeiten sind demnach: Las Palmas - Morro
Jable: 07.00 h
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