Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten
(zusammengestellt am 09.10.2004)


Konkursantrag für das Hotel 'Costa Real' vom Gericht abgelehnt

Der vor gut zwei Monaten bei Gericht eingereichte Konkursantrag der Betreiberfirma
Mijadas S.L., die seit geraumer Zeit das Hotel Costa Real in La Pared gepachtet hat, ist vom zuständigen Richter abgelehnt worden, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde.

Als Grund gab der Richter an: Da das Hotel in den Vormonaten eine “mehr als akzeptable Gäste-Buchung (Anm.d.Red.: annähernd 90% Bettenbelegung) hatte” sei das Durchführen eines freiwilligen Konkursantrages nicht statthaft, was heißen soll, dass die Verluste aus offensichtlicher Misswirtschaft nicht mit Steuergeldern beglichen werden können!

Laut unseren Nachforschungen und Aussagen verschiedener Lieferanten hat die Firma Mijadas S.L. seit November 2003 keine der aufgelaufenen Rechnungen mehr beglichen, was die Firma in die Insolvenz trieb. Was mit den eingenommenen Geldern aus dem Tourismusbetrieb geschah...???

Viel Vertrauen hatte der deutsche Eigentümer des Hotels an der Nordwestküste der Halbinsel Jandía in die Betreiberfirma gesetzt. Die Gesellschaft, so war aus erster Hand zu hören, habe zwei Gesellschafter als Partner. Der Vater des einen Gesellschafters, selbst ein Hotelbesitzer auf Mallorca, habe die Bürgschaft übernommen gehabt, was sicher großen Einfluss auf die Abweisung des Konkursantrages hatte.

Laut der Gewerkschaft UGT habe man jetzt den 'schwarzen Peter' dem Eigentümer zugeschoben, welcher sich nun um die 40-köpfige Belegschaft kümmern muss. Als alle schon an eine schnelle Lösung unter der Federführung des Eigentümers geglaubt hatten (in erster Linie ging es um Zahlung der ausstehenden Gehälter der letzten sechs Monate), musste man feststellen, sich zu früh gefreut zu haben. Der Eigentümer wollte die ausstehenden Gehälter über ein — sehr viel niedrigeres — Gegenangebot begleichen, was jedoch von den Arbeitern und der sie vertretenden UGT abgelehnt wurde.

Da sich die Fronten erneut verhärtet haben, bleibt man bei der 'Besetzung' des Hotels, wie einstimmig von den Angestellten beschlossen wurde. Derweil ist man weiterhin auf freiwillige Leistungen (vor allem Lebensmittel und Wasser) seitens der Gemeinde- und Inselverwaltung und von Privatpersonen angewiesen, um das Überleben der mehr als 40 Angestellten, von denen viele zudem eine Familie zu ernähren haben, zu gewährleisten!

Von hier aus wünschen wir allen Betroffenen, dass sich dieser unhaltbare Zustand schnellstmöglich regelt. Es kann nicht angehen, dass ein paar Gauner auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung einen schnellen Reibach machen und etliche Familien finanziell ruinieren.
 

Die Strände von Fuerteventura sind unter den 100 besten unserer Erde

Die französische Editorial 'Grand Sud Press' hat in der Neuauflage des Buches “Die 100 schönsten Strände unserer Erde” neben den weiß-sandigen Stränden auf den Bahamas, den Seychellen und von Brasilien, auch die Strände von Fuerteventura in die Liste der besten und schönsten Strände auf unserem Planeten aufgenommen.

Mit Stolz wurde dies auch vom hiesigen Tourismusministerium zur Kenntnis genommen, ist man sich doch bewusst, dass mehr als 80% der Urlauber unsere Insel wegen der weitläufigen, feinsandigen Strände und des kristallklaren Atlantikwassers als Urlaubsdomizil ausgesucht haben.

Als zwingendes Kriterium für die Auswahl des französischen Verlages wurde u.a. zugrunde gelegt, dass alle Strände öffentlich zugänglich und in Programme für Umweltschutz-maßnahmen eingeschlossen sind.

Konkurrenz im eigenen Land macht uns lediglich Menorca, und dort nur der Strand 'Playa de Cala Turquesa'.

Aus dem Tourismus- und dem Umweltschutzministerium war zu hören, dass man seit vielen Jahren um die (bauliche) Unberührtheit der Strände bemüht ist. Die meist frequentierten Zonen verfügen zudem allesamt über Sanitärinstallationen, die nach und nach auch auf den Rest der kleineren 'bahías' und 'calas' ausgeweitet werden sollen.

Das Buch ist in größeren Buchhandelsgeschäften erhältlich (z. Zt. nur in französisch) und kostet 25 €. Sie können es auch online bestellen auf der (französischen) Web-Seite des Verlages: www.grandsudpress.com.
 

 

Der Ex-Bürgermeister von La Oliva kommt wieder in die Schlagzeilen...

...und leider mal wieder nicht positiv. Demnächst verhandelt wird ein Fall von Vetternwirtschaft, der vor einem guten Jahr schon mal die Aufmerksamkeit der Bevölkerung geweckt hatte.

In seiner Ära als Bürgermeister nahm Señor González Arroyo, als Vertreter des Gemeindekreises La Oliva, einen Gemeinde-Topographen offiziell als Gemeindebediensteten unter Vertrag, der er aber eben nun mal nicht war. Allerdings waren jene beiden Protagonisten verwandt!

Beim Regierungswechsel vergangenes Jahr kam an die Öffentlichkeit, dass jener Staatsbedienstete wohl ein Studium für Topographie belegte, allerdings ohne den entsprechenden Titel schon zu besitzen, was heißen soll, er brach das Studium vorzeitig ab; Daraus resultierend kann er laut spanischem Gesetz keinen Posten eines öffentlichen Amtes bekleiden und hat somit illegal für das nördliche Konsistorium gearbeitet.

Missbrauch von Steuergeldern wird dem Ex-Bürgermeister aus gleichem Grunde vorgeworfen, weswegen die aktuelle Regierung vor einem Jahr eine Strafanzeige gegen ihn stellte, die nun von der zuständigen Richterin am Gericht in Puerto del Rosario bestätigt wurde.

Im gleichen Zug war zu hören, dass durch Misswirtschaft der vorhergehenden Regierung im Kreis La Oliva eine Schuldenlast von 33 Millionen € entstanden ist. Ausstehende Steuerabgaben, so war zu hören, würden sich in Höhe von 230.000 € belaufen und seien, laut der Steuerbehörde, sofort zu begleichen. “Man habe seitens der Verwaltung bei der Bezahlung an Dritte nicht die Mindestnormen der Steuerabgaben respektiert”, so war von Sprechern der Agencia Tributaria (spanische Steuerbehörde) zu hören, wodurch sich bei Steuerinspektionen ein Negativsaldo von eben jener Summe für die Jahre 1994-1998 ergab. Die Resultate aus den Folgejahren sind noch in Arbeit.

Weitere Rechnungen für noch anhängende Gerichtsverfahren aus verschiedenen Gründen aus den Vorjahren in Höhe von 150.000 € haben ebenso überrascht, wie die Summe in Höhe von 13 Millionen €, die als Entschädigungszahlungen für Fehler aus Vermessungs- und Bodenplanungsarbeiten entstehen könnten.

Die derzeitige Regierung spricht von “einem finanziell ruinierten Gemeindekreis”, der den Gürtel jetzt wesentlich enger schnallen muss.
Da wurde mit Steuergeldern nicht nur gekleckert, da wurde geklotzt!
 



 

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