Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten
(zusammengestellt am 01.09.2004)


Jagdverbot für die 'lapa'

Nach dem erst vor kurzem in Kraft getretenen Verbot des Einsammelns von Miesmuscheln (wir berichteten), wurde dieses Gesetz auch auf die 'lapa' (Napfschnecke) ausgeweitet.

Die einheimische Spezies der Napfschnecke ist vor allem an der felsigeren Westküste und in den kleinen Buchten im Süden der Insel anzutreffen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Durch die schwer zu kontrollierende Ausbeute der Delikatesse hat ihr Bestand in den letzten Jahren rasant abgenommen. Obwohl die 'lapa majorera' sich an den Fels ansaugt und mit bloßen Händen oder Taschenmesser das Ablösen nicht gelingt, gibt es passende Instrumente, um doch an den ersehnten Leckerbissen zu gelangen, wie scheinbar zu viele inzwischen wissen.

Vom Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei ist deshalb ein Gesetz zum Verbots des Einsammelns der 'lapa' für einen Zeitraum von — vorerst — zwei Jahren in Kraft getreten, gültig seit 14. August diesen Jahres. Dieses Gesetz gilt auf dem gesamten Territorium der Insel Fuerteventura. Die Zuwiderhandlung kann, wie im Fall der Miesmuschel, empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Auch hier bittet man um die Einsicht und vor allem die Unterstützung der Bevölkerung. Die speziell dafür eingerichtete direkte Telefonleitung mit der Nummer 064 soll die schnelle Meldung im Fall der Fälle ermöglichen.

 

Die Hotelkette Sol Meliá unterstützt UNICEF

In allen Hotels der spanischen Hotelkette werden während des andauernden Sommers Kunstwerke, von Kinderhand gemalt, versteigert; der Erlös kommt Projekten der UNICEF zugute.

Wie Mitte August aus Direktionskreisen der Hotelkette verlautete, können alle Gäste, die in den Hotels Sol Meliá auf Mallorca, Ibiza, Fuerteventura, Teneriffa, Málaga, Benidorm und Cádiz urlauben, an den Versteigerungen teilnehmen. Der Erlös aus diesem Event kommt dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF zur Realisierung von Projekten für Bildungsmaßnahmen zugute. So können die in den Hotels untergebrachten Kinder an Workgroups teilnehmen, in denen die Kunstwerke kreiert werden. Einmal während jeder Woche findet eine Versteigerung statt, in der dann um jene Kunstwerke gefeilscht werden kann.

Die teilnehmenden Hotels sind 'Sol Antillas Barbados', 'Sol Mastines Chihuahuas-Balmoral', 'Sol Guadalupe' und 'Sol Mirlos Toros' (alle auf Mallorca), 'Sol Falcó' und 'Sol Milanos Pingüinos (auf Menorca), 'Sol S'argamassa' (Ibiza), 'Sol Gorriones' (Fuerteventura), 'Sol Tenerife' und 'Sol Princesa Dácil' (beide auf Teneriffa), 'Sol Príncipe Principito' und 'Sol Timor' (beide in Málaga), 'Meliá Benidorm' und 'Sol Pelícanos Ocas' (beide Benidorm) und 'Meliá Atlanterra' in Cádiz.

Diese Initiative ist nicht die einzige, die jene Hotelkette mit internationalem Prestige in Zusammenarbeit mit der UNICEF ausarbeitet. Bereits im September und mit der Beteiligung von etwa 220 Hotels in sechs Ländern (Spanien, England, Brasilien, Mexiko, Dominikanische Republik und Indonesien) startet eine weitere Kampagne unter dem Motto 'Mes Solidario' (solidarischer Monat). Das Objektiv dieser neuen Kampagne ist das Vorstellen der Arbeit jener Abteilung der UNO und konkret die Schulbildung der Kinder in Dritte-Welt-Ländern.


Im Kajak rund um die Insel

Die “VI. Vuelta a la Isla de Fuerteventura en Kayak” ist fast startbereit. Die sechste Ausgabe des Events findet vom 4. bis zum 11. September auf Fuerte statt.

Wie auch schon in den Vorjahren ist die Einschreibung offen für alle, die diesem Spektakel beiwohnen und aktiv mitmachen wollen. (Leider endete die Einschreibung schon am 20. August. Vormerken für nächstes Jahr!) Einzige Vorraussetzungen sind: Der Teilnehmer muss volljährig und Mitglied in einem offiziellem Wassersportclub sein, sowie das entsprechende Kajak im Reisegepäck haben.

Die Tour startet am Samstag, 4. September, im Sporthafen (Wassersportschule) von Puerto del Rosario gegen 10.30 Uhr. Die erste Etappe wird in Corralejo enden. Weiter geht es rund um die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn: Los Molinos, Playas Negras, El Puertito, Risco del Paso, Gran Tarajal, Pozo Negro, und das Finale wird wieder Puerto del Rosario sein.

Ein technisches Team wird der ständige Begleiter der Kajak-Fahrer sein. Vor dem Start wird die Resistenz der Kajaks überprüft werden, die sowohl das Salzwasser als auch den Wellengang aushalten müssen.
 

Wenig Hoffnung für einen verschollenen Windsurfer

Für den an der Costa Calma verschollenen Steve Dewey bleibt wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang der Odyssee.

Geschehen war dies bereits am 3. August, kurz nach Ende der Surfweltmeisterschaften 2004. Ein Windsurfer war wohl vom starken Wind abgetrieben worden und gilt seitdem als verschollen.

Der 50jährige Sportler, ein gebürtiger US-Amerikaner, wurde das letzte Mal gegen 13.00 Uhr Ortszeit am Strand gesehen. Nach dem Bemerken des Verschwindens wurde sein Hotelzimmer überprüft, und als man seine Papiere verlassen am Strand fand, alarmierte man gegen 16.30 h den Zivilschutz und die Wasserwacht.

Für alle, die eventuell etwas über den Verbleib oder das Geschehene aussagen können, hat die Familie eine Web-Seite eingerichtet. www.steve-dewey.com . Oder Sie können auch unter der Telefonnummer 0041 -  61 272 01 32 direkt mit einem Familienangehörigen in Verbindung treten.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein tot Geglaubter wieder auftaucht, obwohl seitens amtlicher Stellen aufgrund der inzwischen verstrichenen Zeit von über drei Wochen wenig Hoffnung gemacht wird.

 

XI. Ausgabe der OPEN der Hochseefischerei

Gran Tarajal wird vom 8. bis zum 11. September im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit auf der Insel stehen: Einhundert Jachten mit Crews, die annähernd 600 Mann ausmachen, präsentierten sich zur Teilnahme der elften Ausgabe der 'Open Internacional de Pesca de Altura 2004', der Internationalen Open der Hochseefischerei 2004.

Kurz nach Eröffnung der Einschreibung in die Teilnehmerlisten am 2. August war das Limit der Teilnehmer von 100 erreicht, die vom Veranstalter festgelegte Höchstzahl. Auch die Wartelisten sind lang, für den Fall, dass ein Kapitän seine Zusage zurückzieht.

Die meisten Teilnehmer kommen, wie auch die Jahre zuvor, aus Fuerteventura (44), gefolgt von Lanzarote (28) und Gran Canaria (24); zwei Teilnehmer haben ihren Heimathafen in Teneriffa und weitere zwei fahren unter ausländischer Flagge.

Das Tourismus-Patronat von Fuerteventura beschloss auf einer im vergangenen Monat abgehaltenen Sitzung einstimmig, die Veranstaltung für die 'Premios Importantes del Turismo' (eine besondere Prämie für regelmäßige, für den Tourismus werbende Veranstaltungen, wie es z.B. auch die Surfweltmeisterschaften sind) vorzuschlagen, die von der kanarischen Regierung verliehen werden.

Für Freunde von Hochseejachten — nicht nur der Fischerei wegen — ist es allemal lohnend, dem Hafen von Gran Tarajal einen Besuch abzustatten.
 

Was ist los im Hotel 'Costa Real' in La Pared?

Das Hotel ist mitten in der Hochsaison geschlossen, und das Personal hat das Hotel 'besetzt'; aufgehängte Spruchbänder (in Spanisch) am Eingang lassen es vermuten: Streik! Aber WAS ist passiert?

Rückblick. Das Hotel 'Costa Real' an der Westküste von Fuerteventura öffnete seine Pforten vor etwa 14 Jahren; das damalige Management setzte auf das Betreiben der Anlage als Club-Hotel und lag damit genau richtig. Die relativ kleine Anlage ist mit einer Belegung von etwas über 200 Gästen 'komplett'.

Der Club sprach vor allem jüngere Urlauber an und hatte mit seinem familiärem Touch, seinem Ambiente und dem guten Personal einen enormen Klientelkreis geformt, der regelmäßig mehrere Male im Jahr hier urlaubte. Die damalige Club-Chefin, eine Italienerin mit langjähriger Erfahrung in den Robinson-Club-Hotels, hatte ein Team zusammen-geschweißt, das seinesgleichen zu finden schwer sein wird.

Vor einiger Zeit beschloss der Eigentümer, ein deutscher Unternehmer aus dem Ruhrgebiet, die Anlage komplett an ein Unternehmen aus dem Hotelsektor zu verpachten, die Firma Mijadas SL. Die Führungsspitze wurde ausgewechselt, was nichts Ungewöhnliches bei diesen Transaktionen ist. Aber scheinbar hatte der neue Pächter eine weniger glückliche Hand beim Betreiben der Anlage.

Im Juli diesen Jahres reichte man den Konkursantrag beim Gericht in Puerto del Rosario ein. Inzwischen war man bei der Gehälterzahlung mit drei Monaten im Verzug, obwohl das Hotel in diesem Moment eine Belegungsquote von 90% vorweisen konnte. Schlechter Zeitpunkt für die Angestellten, die weiterhin auf ihre Gehälter warten müssen, da aufgrund der Ferienzeit in Spanien auch an den Gerichten die Sommerpause eingetreten war.

Nach mehreren Unterredungen mit Gewerkschaftsvertretern, dem Präsidenten der Inselregierung und dem Bürgermeister der Gemeinde Pájara war die 'Besetzung' des Hotels angesagt. Die Verwaltungen stellten einstweilen die Verpflegung der 42 Angestellten, einige mit kompletter Familie, sicher. Die 'Besetzer' verpflichteten sich unterdessen, nach einer Unterredung mit dem Eigentümer Hubert Brock, das Hotel 'in Schuss' zu halten. Man wird weiterhin die Arbeitszeiten erfüllen, um so nicht die Entschädigungsansprüche zu verlieren.

Auf den aufgehängten Spruchbändern ist zu lesen: “Familien ohne Bezahlung, ohne Rechte, ohne Essen! Hotel Costa Real pleite!”

Von der Betreiberfirma selbst kam wenig zur Unterstützung der Angestellten rüber; man ließ sich noch nicht einmal sehen seit dem Konkursantrag. Kann man nur für alle Arbeiter des Hotels hoffen, dass mit dem Ende der Urlaubszeit die Gerichte schnell über eine Zusage des Konkursantrags entscheiden, um das Überleben der im Regen stehen gelassenen Belegschaft zu sichern.
 

Wird RIU den Betrieb seiner Hotels in den Dünen um Corralejo bald "in den Sand schreiben" müssen?

Wie in der Reportage “Zwischen allen Stühlen..” der aktuellen Ausgabe unseres Fuerte Fan Magazins näher erklärt, könnte die Hotelkette RIU schon bald mit einer Annullierung der Lizenzen zum Betrieb der Hotels RIU Oliva Beach und RIU Tres Islas in Corralejo rechnen.

Vorangegangen war ein Antrag der Direktion auf Renovierung des RIU Oliva Beach und eine nicht nur kleine Erweiterung der dortigen Installationen.

Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage und der damit verbundenen Ablehnung durch das nördliche Konsistorium versuchte man mit Hilfe des Personals und Falschinformationen 'Druck' auf die politische Führung in La Oliva auszuüben. Jene Aktion scheint sich als Bumerang herauszustellen.

Hellhörig geworden sind verschiedene Umweltschutzorganisationen, darunter Agonane und Greenpeace. Man reichte bei den zuständigen Behörden einen Antrag auf Annullierung der Lizenzen für das gesamte Terrain im Naturpark von Corralejo ein, da scheinbar bei der Lizenzvergabe einige "Unregelmäßigkeiten" aufgetreten waren.

Sollte dem stattgegeben werden, sind die Tage für die Hotels in den Dünen von Corralejo
wohl gezählt. Viele — und nicht nur Einheimische — kämpfen schon lange um die Wiedereingliederung dieser fast 60.000 qm in den Naturpark und die Wiederherstellung des Geländes in seinen Naturzustand.

 

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