Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 09.07.2006)

 

Seit dem 1. Juli in Kraft: der spanische Punkte-Führerschein!

Für alle, die es verpasst haben: seit dem 1. Juli hat jeder Autofahrer auf Spaniens Strassen ein Guthaben-Saldo von 12 Punkten auf seinen Führerschein.

Davon werden bei Verstößen gegen das spanische Straßenverkehrsrecht nach dem jetzt gültigen Punktekatalog die entsprechenden Punkte abgezogen. Angekommen bei 0 ist der Schein weg! Das gilt sowohl für spanische, als auch für alle sonstigen Führerscheine, egal in welchem Land jene ausgestellt worden sind. Dazu gibt es natürlich auch noch die entsprechen Bußgelder, die inzwischen durch EU-Abkommen auch in anderen Ländern der Europäischen Union von den dortigen zuständigen Verwaltungen eingezogen werden.

Den einsamen Rekord hält auf Spaniens Strassen ein auf dem Festland ansässiger Ecuadorianer, der nur zwei Stunden nach dem Inkrafttreten am 1. Juli, 00:00 Uhr, seine Fahrlizenz abgeben durfte. In Schlangenlinien (conducción temeraria – unsichere Fahrweise) mit überhöhter Geschwindigkeit über die Autobahn (erlaubt sind 120, man blitzte ihn mit 160 Sachen), nicht angegurtet, keine in Europa gültige Fahrlizenz und das Verweigern der Alkoholprobe, diese Verstöße summierten sich auf 16 Punkte. Die übrigen vier Punkte, die nicht angerechnet werden konnten auf diesen Führerschein, bleiben ihm für den nächsten, sollte er jenen nach einer Wartepause von einem halben Jahr neu machen.

Auf Fuerte hat man in der ersten Punkte-Woche bereits über 350 jener ungeliebten Punkte verteilt. Dabei stehen an erster Stelle die Gurtmuffel, dicht gefolgt von den alkoholisierten Fahrern und den Rasern, Tendenz steigend.

An vielen Stellen auf unserer Insel werden von den verschiedenen Polizeikörpern (Guardia Civil oder Policía Municipal) Kontrollstellen errichtet, mit Vorliebe an den Kreisverkehren. Aber auch auf den langen Geraden, an den vielen Baustellen, auf Nebenstrassen und innerstädtischen Strassen sieht man plötzlich die bekannte Polizeikelle oder nachts den Leuchtstab, die unmissverständlich zum Anhalten auffordern.

Eine 'Straßen-Rallye' zwischen drei Mietwagen auf der FV-2, zwischen den beiden Kreisverkehren bei Gran Tarajal, inmitten der dortigen Baustelle des neuen Industriegebietes (Geschwindigkeit limitiert auf 40 km/h, Überholverbot), die eben in der Baustelle alle vorausfahrenden Fahrzeuge im Michael-Schuhmacher-Stil (Stossstange an Stossstange) überholten, endete bei der dort stehenden Motorrad-Streife der Guardia Civil. Als hätte man auf sie gewartet...
Da kommen auf einen Schlag viele, viele Punkte zusammen. Zu den Vergehen wegen überhöhter Geschwindigkeit und dem Überholen im Überholverbot summiert sich noch das “Teilnehmen an nicht autorisierten Rennen”, wie es offiziell im spanischen Verkehrsrecht heißt.

Die Polizei auf Fuerte hat nachgerüstet: mit vielen, überwiegend weißen Zivilstreifenfahrzeugen verschiedenster Marken, die sich ganz unscheinbar in den normalen Verkehr einreihen. Man erkennt sie spätestens, wenn plötzlich die Kelle zum Anhalten auffordert...

Wir wünschen allen unseren Lesern einen angenehmen Urlaub und eine unversehrte Rückkehr!
KLICK! - Vergessen Sie bitte nicht den Sicherheitsgurt. Nicht nur, um Geld zu sparen, sondern – im Fall der Fälle – Ihrer und der Gesundheit Ihrer Mitfahrer wegen!

 

Ein Moment der Unachtsamkeit – und weg ist es....

Urlaubsstimmung, etwas Leichtsinn oder ein wenig Unachtsamkeit und das ultimative Kommunikationswerkzeug ist verschwunden. Es geht um das Mobil-Telefon, das Handy.

Wo Urlauber sind, sind leider auch die Langfinger nicht weit! Immer schon so gewesen!
Im Sommer – Urlaubszeit für die meisten von uns – ist Hochsaison für die Hand- und Hosentaschen-Diebe. Auch Fuerteventura, obwohl als 'Isla tranquila' noch weitgehend vom massenhaften Deliquententum anderer Touristenzentren verschont – bildet da bei diesen kleinen Diebstahldelikten keine Ausnahme. Gefragt sind, wie auch anderswo, die neuesten Modelle, aber auch an einem unbeaufsichtigten, älteren Handy geht keiner der Langfinger achtlos vorbei!

Und ist jenes erst mal verschwunden, ist die Wahrscheinlichkeit, es wieder zu bekommen, so verschwindend gering, dass es schon gar nicht mehr in einer nennenswerten Prozentzahl ausgedrückt werden kann. Die Kreditkarte sperren zu lassen ist heutzutage kein Problem mehr. Aber das Handy? Haben Sie die Seriennummer Ihres Handys? Wo steht sie?

Zu finden ist die Seriennummer in den Begleitpapieren, die Sie beim Kauf bekommen hatten oder direkt gespeichert im Handy. Mit dem folgenden Tasten-Code holen Sie die Nummer auf's Display: *#06#
Notieren Sie sich die Nummer und sollte Ihr Handy abhanden gekommen sein, rufen Sie Ihren Provider an und teilen Sie ihm die Seriennummer mit. Mit dieser Nummer kann Ihr Provider das Handy sperren, unbrauchbar machen — auch wenn der “neue Besitzer” die SIM-Karte wechselt.

Sagen Sie dies Ihren Freunden und Bekannten weiter, vielleicht lohnt sich ja dann das Risiko des "Handy-Klaus" eines Tages nicht mehr...

 

SPIEGEL-TV-Sendung verreißt Fuerteventura

Eine “Tatsachen-Reportage” in der vergangenen Woche in der Sendung SPIEGEL-TV hatte mit Tatsachen nicht viel zu tun und die Arbeitgeber auf Fuerte — allen voran die Hotels — in schlechtem Licht stehen lassen, indem sie ihnen unter anderem ausbeuterische Personalpolitik unterstellten.

Die Reportage beschäftigte sich im Speziellen um den Job des Animateurs, Sie wissen schon, jene, die den Urlauber tagsüber bei Spielen und am Abend mit Shows bei Laune halten sollen.

In der Reportage wurde darüber sinngemäß folgendes unterstellt:
Die Animateure würden für ein Gehalt von 2,-- € pro Tag arbeiten müssen. Die Animateure würden nach ihrem Arbeitstag die Gartenanlagen der jeweiligen Hotels in Zusatz-Nachtstunden in Schuss halten müssen, was nicht bezahlt werden würde, und weiterer Blödsinn.

Dazu sei folgendes gesagt, bzw. richtig gestellt:
In Spanien gibt es ein Arbeitsrecht, welches durchaus mit dem Deutschen verglichen werden kann und in etwa die gleichen Grundsätze – Arbeitszeit, Freizeit, Urlaub, Entlohnung – enthält. Die Gehälter in Spanien sind nicht die besten, aber das ist hinlänglich bekannt. In der EU steht Spanien mit der Entlohnung an drittletzter Stelle. Schlechter bezahlt wird nur auf der Ferieninsel Zypern und in Portugal – und genau in dieser Reihenfolge.

Dem Job des Animateurs gehen überwiegend Studenten in sozial-pädagogischen Studienfächern nach, da jene für ihre Studien Praktikumsnachweise benötigen. Ferien-Clubs wie der Club Robinson, der Club Aldiana oder auch die Barceló-Clubanlagen – um nur einige zu nennen – suchen stets für die Hauptsaisonzeiten im Sommer und um Weihnachten reichlich Animationspersonal. So stockt der Club Robinson auf Fuerte - als Paradebeispiel – seine Animationsequipe von einem ganzjährigen ca. 50-köpfigen Team auf weit über 150 Animateure auf. Die Animateure werden über ganzseitige Anzeigen in den verschiedenen deutschsprachigen Ländern oder einschlägigen Hotel- und Gaststättenzeitungen geworben.

Der Vertrag für die Animateure in spe sieht als Grundlagen einen Praktikumsvertrag vor, der – genau wie in Deutschland – als geldwerte Gegenleistung kein unteres Limit vorsieht.
Dem zukünftigen Praktikanten wird ein kurzer Zeitvertrag – pauschal 3 Monate – angeboten, welcher 12 Tage Urlaub beinhaltet und zwei Frei-Tage pro Woche, die Basis sind 8 Arbeitsstunden pro Tag. Kost und Logis sind selbstverständlich frei, sowie der Transport von/zum Arbeitsplatz, wo nötig. Die Arbeitskleidung wird vom Hotel gestellt und gereinigt. Die Animateure haben – bis zu einer gewissen Grenze – den Getränkeverzehr in den Bars der jeweiligen Club-Anlage frei. Einige Clubs haben – aus schlechter Erfahrung! – den Alkoholkonsum für Animateure in der Clubanlage ausgeschlossen.

Die Sporteinrichtungen – Tennis-Courts, Skaters, Mountainbikes, Windsurf-Bretter oder auch Katamarane – sind in den meisten Clubanlagen für die Animateure frei.

Die Clubanlage erstattet die Flugkosten des neuen Club-Animateurs, sollten jene nicht schon im Vorfeld vom Club-Hotel übernommen worden sein.

Die Praktikumsvergütung ist sehr unterschiedlich, wobei man nicht vergessen darf, dass diese Leistung vollkommen dem jeweiligen Club überlassen ist und sehr variiert. Auch in Deutschland gibt es reichlich Unternehmen gleich welcher Art, die den Praktikanten als volle Arbeitskraft ansehen, ohne jenem auch nur einen Cent zu bezahlen!

Die Animateure sind arbeitslosen-, renten- und krankenversichert mit sehr ähnlichen Leistungen wie in Deutschland. In Bezug auf die Rentenversicherung kann jene auf das deutsche Rentenkonto überschrieben werden.

Dazu rechnen muss man auch die bereits erhaltenen, vorgenannten Leistungen des Hotels – Kost und Logis, Arbeitskleidung, Flugkosten, Sportmöglichkeiten, die sich alle zusammen sehr schnell summieren. Haben Sie schon einmal einen Club-Urlaub verbracht, wissen Sie dies sicher.

Das Stellen der Unterkunft obliegt dem Hotel. Bei Mietpreisen von über 500,00 € monatlich für 30 Quadtratmeter auf Fuerte – sollten Sie überhaupt was finden – ist das doch schon ganz gut gespartes Geld. Selbstverständlich bekommen die Angestellten kein Einzelzimmer mit Blick auf's Meer, aber – und auch hier wieder als herausragendes Beispiel der Club Robinson – sind 2-Betten-Appartements, komplett möbliert und ausgestattet mit Küchenzeile, Satelliten-TV und Waschmaschine – zwar nicht der Standard für Hotelangestellte, allerdings sind die Angestellten auch in anderen Clubanlagen gut untergebracht. Und welcher Arbeitgeber in Deutschland bietet das?

Die Bezahlung in die Hand ist als Taschengeld gedacht und kann eben variieren von den gesagten 60,00 € monatlich (wobei wir aber keinen kennen, der diese minimale Summe bekommt) bis hin zu 500,00 € monatlich. Als Praktikantengehalt ist das – eingerechnet alle vorgenannten Leistungen des Hotels – ein monatliches Entgelt in Höhe von mindestens 1200,00 € pro Monat. Zum Vergleich: eine Kassiererin im Supermarkt bekommt in etwa 600,00 € ausbezahlt (nix Kost und Logis frei!), ein Kellner in einem Hotel etwa 900,00 €.

Und zu den “Pflicht-Stunden zur Gartenanlagen-Instandsetzung” sei angemerkt, dass alle (!) Hotels über eigenes Gärtner-Personal verfügen!

Am Ende seines Arbeitsvertrags erhält der Praktikant ein Praktikumszeugnis des Clubs und je nach Zufriedenheit des Arbeitgebers mit dem jetzt Ex-Angestellten eine Aufforderung, für die kommende Saison doch wieder zu kommen. Und – Staunen ist angesagt: viele kommen wieder und einige blieben auch für länger...!!!

Soviel zur "Tatsachen-Reportage" von  SPIEGEL-TV...!




 


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