Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 18.01.2006)

 

Im vergangenem Jahr starben mindestens 242 Immigranten auf ihrer Flucht in den 'Goldenen Westen' mit Richtung auf die Kanaren

Erinnern Sie sich an unseren Artikel im Fuerte-Fan-Magazin vor genau einem Jahr?
Unter dem Thema “Der Traum vom Goldenen Westen” schilderten wir das Phänomen der 'pateras', jener kleinen Ruderboote, die vollkommen überladen mit ihrer menschlichen Fracht die Meerenge zwischen dem afrikanischen Kontinent und dem kanarischen Archipel zu überqueren versuchen. Als einziges Gepäck: die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben!


Die Mehrheit der Schwarz-Immigranten scheitern beim Versuch. Die inzwischen verstärkten Patrouillen der spanischen Guardia Civil empfangen jene, die die Überfahrt geschafft haben, direkt bei der Ankunft auf Fuerteventura oder bereits auf hoher See, falls man Informationen über ein Ruderboot in kanarischen Gewässern bekommen hat. Nach dem Auffanglager kommt die Abschiebung ins Herkunftsland. Danach wahrscheinlich ein neuer Versuch und noch einer und noch einer ....

Schon der bloße Gedanke an eine Überfahrt des Atlantiks in jenen kleinen Ruderbooten lässt jedem einen Schauer über den Rücken jagen, lässt die Verzweiflung der Flüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben erkennen.

Viele Sterben dabei — genaue Zahlen sind nicht bekannt — wegen des Kenterns der überladenen Ruderboote bei schlechtem Wetter oder wegen Unterkühlung. Die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2005 lassen wiederum erschrecken: mindestens 242 Immigranten sind beim Versuch, auf eine der kanarischen Inseln zu gelangen, gestorben. Das sind nur die offiziellen Zahlen, die aufgrund von Leichen- oder Wrackfunden oder Angaben Überlebender kalkuliert werden können. Außen vor bleiben dabei jene, die wohl irgendwo klammheimlich an der afrikanischen Küste abgelegt haben und in den Weiten des Ozeans verschollen sind, die in 'barcos negreros' ('Seelenverkäufern') eingepfercht wurden und von skrupellosen 'Kapitänen' mitsamt dem Schiff versenkt wurden, deren Zahlen nur grob geschätzt werden können. Niemand traut sich auch nur eine annähernde Zahl laut zu benennen.
Die Gewinnspanne bei diesem 'Geschäft' ist enorm, die Menschenhändler ohne Gewissen.
Wann wird jenen endlich das schmutzige 'Handwerk' gelegt werden!?
 


Attacke auf die Palmenhaine

Ein kleiner roter Käfer mit dem Namen 'Rhynchophorus ferruginus' hält seit geraumer Zeit die Gartenbauämter auf den Inseln Fuerteventura und Gran Canaria in Schach. Sein gebräuchlicher Name ist 'Palmrüssel', müsste aber doch eher 'Palmbohrer' heißen, denn das ist genau das, was er den ganzen Tag über macht: Palmstämme vom Blattansatz her nach innen aufbohren.

Erstmals gesichtet wurde der Palmenzerstörer in Ägypten, wo er allein im letzten Jahr für den Tod von über einer halben Million Palmen verantwortlich gemacht wurde. Durch die ständigen Palmenimporte nach Spanien wurde der kleine Käfer eingeschleppt. Die spanische Regierung musste eingestehen, dass das System zur Ungezieferkontrolle für Importe, das dem Umweltministerium obliegt, leider in diesem Falle gänzlich versagt hatte. Weitreichende Probleme hat man seit Jahren damit auch auf dem spanischen Festland, wo dem Käfer bereits Tausende von Palmen zum Opfer gefallen sind.

Leider hat man trotzdem die Einfuhren nicht besser kontrolliert — weder auf dem Festland, noch auf dem kanarischen Archipel — und so hatte der weiteren Ausbreitung nichts im Wege gestanden. Fuerteventura und Gran Canaria, auf denen die Nachfrage wegen der anhaltenden Hotelneubauten und der dazugehörigen Begrünung wohl am stärksten ist, müssen nun für die schlampigen Importkontrollen büßen.

Der Palmrüssler nistet sich in die Krone der Palme ein und bohrt Tunnelanlagen mit bis zu einen Meter langen Röhren in den Stamm, die Palmblätter werden von innen her braun und sterben ab — und damit die komplette Palme. Sind die braunen Stellen in den Blättern erst einmal zu sehen, ist die betroffene Palme bereits nicht mehr zu retten.

Der Palmrüssler bevorzugt die süd-ost-asiatischen Dattelpalmen (lat.: Phoenix dactylifera), jene hochgewachsene Palme, die man noch allerorts auf Fuerte sehen kann, sowie die endemische kanarische Palme (lat.: Phoenix canariensis), die am meisten vorkommende Palmenart auf Fuerte, etwas kleiner gewachsen und buschiger. Nachdem auf Fuerteventura bereits verschiedene Nester gefunden wurden (u.a. in Costa Calma und Costa Caleta), ergaben vorsichtige Schätzungen etwa 20.000 möglicherweise infizierte Palmen.

Da der Käfer auf den Inseln keine natürlichen Feinde hat, wäre die einzige, momentan bekannte Möglichkeit, die befallenen Palmen abzuholzen und zu verbrennen, wobei es allerdings sehr schwierig sein dürfte, die betroffenen Palmen zu lokalisieren, da nichts auf den Befall hinweist, bis die Blätter braun werden. Gehandelt werden muss zudem möglichst schnell, denn beginnen erst einmal die Frühlings- und Sommerwinde, ist die Ausbreitung des Käfers garantiert: seine Flügel erlauben es ihm, Entfernungen bis zu acht Kilometer zu überbrücken.

Dazu möchten wir von unserer Redaktion auf Folgendes hinweisen:
Sollten Sie Eigentümer eines Grundstücks auf Fuerteventura oder einer der anderen Kanarischen Inseln sein, und sich auf dem Grundstück Palmen befinden, sind Sie als Eigentümer für deren Zustand verantwortlich — was im Klartext heißt: Sollten sich auf ihrem Grundstück erkrankte oder von Schädlingen befallene Palmen befinden, sind Sie in konkreten Fällen – wie dem hier angesprochenen - laut Gesetz dazu verpflichtet, dies dem Umweltministerium zu melden UND für deren Gesundung oder Beseitigung zu sorgen.

Ein kleiner Lichtblick hat sich dann letzte Woche doch noch ergeben. Das Auffinden eines Parasiten, genauer gesagt einer Wanze, die sich an die Flügel des Palmbohrers klebt und ihm damit das Fliegen verhindert, scheint eine kurzfristige Lösung zu sein, um zu Unterbinden, dass sich der kleine Käfer schnell ausbreitet. In den verschiedenen Umweltministerien ist man bereits dabei, das Personal aufzustocken, um der Plage Herr zu werden. Hoffen wir das Beste!
 


Weitere Nachrichten in Kürze!