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Im
vergangenem Jahr starben mindestens 242 Immigranten auf ihrer Flucht in
den 'Goldenen Westen' mit Richtung auf die Kanaren
Erinnern Sie sich
an unseren Artikel im Fuerte-Fan-Magazin vor genau einem Jahr?
Unter dem Thema “Der Traum vom Goldenen Westen” schilderten wir das
Phänomen der 'pateras', jener kleinen Ruderboote, die vollkommen
überladen mit ihrer menschlichen Fracht die Meerenge zwischen dem
afrikanischen Kontinent und dem kanarischen Archipel zu überqueren
versuchen. Als einziges Gepäck: die Hoffnung auf ein menschenwürdiges
Leben!
Die Mehrheit der Schwarz-Immigranten scheitern beim Versuch. Die
inzwischen verstärkten Patrouillen der spanischen Guardia Civil
empfangen jene, die die Überfahrt geschafft haben, direkt bei der
Ankunft auf Fuerteventura oder bereits auf hoher See, falls man
Informationen über ein Ruderboot in kanarischen Gewässern bekommen hat.
Nach dem Auffanglager kommt die Abschiebung ins Herkunftsland. Danach
wahrscheinlich ein neuer Versuch und noch einer und noch einer ....
Schon der bloße Gedanke an eine Überfahrt des Atlantiks in jenen kleinen
Ruderbooten lässt jedem einen Schauer über den Rücken jagen, lässt die
Verzweiflung der Flüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben
erkennen.
Viele Sterben dabei — genaue Zahlen sind nicht bekannt — wegen des
Kenterns der überladenen Ruderboote bei schlechtem Wetter oder wegen
Unterkühlung. Die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2005 lassen wiederum
erschrecken: mindestens 242 Immigranten sind beim Versuch, auf eine der
kanarischen Inseln zu gelangen, gestorben. Das sind nur die offiziellen
Zahlen, die aufgrund von Leichen- oder Wrackfunden oder Angaben
Überlebender kalkuliert werden können. Außen vor bleiben dabei jene, die
wohl irgendwo klammheimlich an der afrikanischen Küste abgelegt haben
und in den Weiten des Ozeans verschollen sind, die in 'barcos negreros'
('Seelenverkäufern') eingepfercht wurden und von skrupellosen
'Kapitänen' mitsamt dem Schiff versenkt wurden, deren Zahlen nur grob
geschätzt werden können. Niemand traut sich auch nur eine annähernde
Zahl laut zu benennen.
Die Gewinnspanne bei diesem 'Geschäft' ist enorm, die Menschenhändler
ohne Gewissen.
Wann wird jenen endlich das schmutzige 'Handwerk' gelegt werden!?
Attacke auf die Palmenhaine
Ein kleiner roter
Käfer mit dem Namen 'Rhynchophorus ferruginus' hält seit geraumer Zeit
die Gartenbauämter auf den Inseln Fuerteventura und Gran Canaria in
Schach. Sein gebräuchlicher Name ist 'Palmrüssel', müsste aber doch eher
'Palmbohrer' heißen, denn das ist genau das, was er den ganzen Tag über
macht: Palmstämme vom Blattansatz her nach innen aufbohren.
Erstmals gesichtet wurde der Palmenzerstörer in Ägypten, wo er allein im
letzten Jahr für den Tod von über einer halben Million Palmen
verantwortlich gemacht wurde. Durch die ständigen Palmenimporte nach
Spanien wurde der kleine Käfer eingeschleppt. Die spanische Regierung
musste eingestehen, dass das System zur Ungezieferkontrolle für Importe,
das dem Umweltministerium obliegt, leider in diesem Falle gänzlich
versagt hatte. Weitreichende Probleme hat man seit Jahren damit auch auf
dem spanischen Festland, wo dem Käfer bereits Tausende von Palmen zum
Opfer gefallen sind.
Leider hat man trotzdem die Einfuhren nicht besser kontrolliert — weder
auf dem Festland, noch auf dem kanarischen Archipel — und so hatte der
weiteren Ausbreitung nichts im Wege gestanden. Fuerteventura und Gran
Canaria, auf denen die Nachfrage wegen der anhaltenden Hotelneubauten
und der dazugehörigen Begrünung wohl am stärksten ist, müssen nun für
die schlampigen Importkontrollen büßen.
Der Palmrüssler nistet sich in die Krone der Palme ein und bohrt
Tunnelanlagen mit bis zu einen Meter langen Röhren in den Stamm, die
Palmblätter werden von innen her braun und sterben ab — und damit die
komplette Palme. Sind die braunen Stellen in den Blättern erst einmal zu
sehen, ist die betroffene Palme bereits nicht mehr zu retten.
Der Palmrüssler bevorzugt die süd-ost-asiatischen Dattelpalmen (lat.:
Phoenix dactylifera), jene hochgewachsene Palme, die man noch allerorts
auf Fuerte sehen kann, sowie die endemische kanarische Palme (lat.:
Phoenix canariensis), die am meisten vorkommende Palmenart auf Fuerte,
etwas kleiner gewachsen und buschiger. Nachdem auf Fuerteventura bereits
verschiedene Nester gefunden wurden (u.a. in Costa Calma und Costa
Caleta), ergaben vorsichtige Schätzungen etwa 20.000 möglicherweise
infizierte Palmen.

Da der Käfer auf den
Inseln keine natürlichen Feinde hat, wäre die einzige, momentan bekannte
Möglichkeit, die befallenen Palmen abzuholzen und zu verbrennen, wobei
es allerdings sehr schwierig sein dürfte, die betroffenen Palmen zu
lokalisieren, da nichts auf den Befall hinweist, bis die Blätter braun
werden. Gehandelt werden muss zudem möglichst schnell, denn beginnen
erst einmal die Frühlings- und Sommerwinde, ist die Ausbreitung des
Käfers garantiert: seine Flügel erlauben es ihm, Entfernungen bis zu
acht Kilometer zu überbrücken.
Dazu möchten wir von unserer Redaktion auf Folgendes hinweisen:
Sollten Sie Eigentümer eines Grundstücks auf Fuerteventura oder einer
der anderen Kanarischen Inseln sein, und sich auf dem Grundstück Palmen
befinden, sind Sie als Eigentümer für deren Zustand verantwortlich — was
im Klartext heißt: Sollten sich auf ihrem Grundstück erkrankte oder von
Schädlingen befallene Palmen befinden, sind Sie in konkreten Fällen –
wie dem hier angesprochenen - laut Gesetz dazu verpflichtet, dies dem
Umweltministerium zu melden UND für deren Gesundung oder Beseitigung zu
sorgen.
Ein kleiner Lichtblick hat sich dann letzte Woche doch noch ergeben. Das
Auffinden eines Parasiten, genauer gesagt einer Wanze, die sich an die
Flügel des Palmbohrers klebt und ihm damit das Fliegen verhindert,
scheint eine kurzfristige Lösung zu sein, um zu Unterbinden, dass sich
der kleine Käfer schnell ausbreitet. In den verschiedenen
Umweltministerien ist man bereits dabei, das Personal aufzustocken, um
der Plage Herr zu werden. Hoffen wir das Beste!
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