Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 20.10.2005)

 

Schneller in den Süden

Seit letzten Samstag, dem 15. Oktober, ist das erste Teilstück der neuen Nord-Süd-Verkehrsverbindung auf Fuerteventura für den Verkehr freigegeben.

Nach der Anbindung der vierspurigen Autovía (Schnellstrasse) an das Verkehrsnetz müssen jetzt wohl die aktuellen Straßenkarten von Fuerteventura eingestampft werden. Nicht viel bleibt mehr über von der alten Serpentinenstrasse, die Costa Calma mit der noch südlicher gelegenen, ehemaligen Fischer-Siedlung Morro Jable verbindet.

Für den Bau der teilweise schnurgerade verlaufenden neuen Überlandstrasse sind Tausende von Kubikmetern Stein, Felsen und Geröll abgetragen worden. Die geplante zweijährige Bauzeit wurde um runde weitere zwei Jahre überzogen und die Schmerzgrenze für den Pendelverkehr wurde in den
letzten 48 Monaten oftmals weit überschritten. Die neue Trassenführung erlaubt, ohne das Gaspedal sonderlich durchtreten zu müssen, die fast 30 Kilometer zwischen Costa Calma und Morro Jable in guten 10 Minuten zurückzulegen — vorher eine Geduldsprobe von 40 Minuten oder auch mehr.

Zur Einweihungsfeier am Samstag Mittag, die sich durch das hohe Verkehrsaufkommen zur Mittagszeit ein wenig verschob, präsentierten sich namhafte lokale und regionale Politiker, die bei diesem Stelldichein nicht auf dem Foto fehlen wollten (von links nach rechts):

Die Ministerin für 'Fomento' (Entwicklung) Magdalena Älvarez, die auch die Einweihung, die rituelle Banddurchschneidung, vornahm, der kanarische Präsident Adán Martín, der Bürgermeister von Pájara, Rafael Perdomo Betancor, Vertreter der Baufirmen Firmen Cororasa und OHL, und und und ...

Die neue Schnellstrasse hat lediglich eine Länge von neun Kilometern, beginnend vom der Senke 'Barranco de Pecenescal' bis zum 'Club Aldiana', wo sie vorerst endet, also etwa die Hälfte der alten serpentinenartigen Küstenstrasse. Mehrere Abfahrten mit ungewohnten Namen - El Salmo, Barranco del Mal Nombre - lassen keine der kleineren Ansiedlungen oder Hotels beidseitig der Strasse im Abseits liegen.

Eine schnelle Strasse - leider nicht für alle !

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings erhalten:
Die Beschilderung macht es eindeutig klar: das neue Teilstück ist eine "Autovía", eine Schnellstrasse, für die, wie in Deutschland auch, besondere Normen gelten.
Bestimmte Fahrzeuge dürfen, bedingt durch die Bauart, jenes Teilstück nicht befahren. In Spanien sind das z.B. alle Fahrzeuge, die die vorgeschriebenen 60 km/h Mindestgeschwindigkeit aufgrund ihrer Bauart nicht erreichen oder, aus anderen Gründen nicht erreichen und halten können. Auch das absichtliche langsam Fahren ist ein Vergehen.

Für alle Mofa- und Fahrradfahrer beispielsweise heißt es nun: bis hierhin und nicht weiter!
Da bleibt nur die alte Serpentinenstrasse, die auch von allen anderen Verkehrsteilnehmern weiterhin alternativ genutzt werden kann, allerdings — und das grenzt an einen Schildbürgerstreich! — gilt diese Alternative bisher nicht für das Teilstück zwischen dem Barranco del Mal Nombre (Hotel "Tierra Dorada") und dem nördlichen Beginn der Autovía, dort also, wo die neue Schnellstraße direkt auf die alte Hauptsraße "aufgesetzt" wurde. An einer Umgehungsstraße wird noch gebaut, und bis zur Fertigstellung ist deshalb allen langsameren Fahrzeugen offiziell der Weg zum Norden, resp. Süden Jandías versperrt. Das betrifft z.B. auch die meisten voll beladenen Laster, die an den teils lang gezogenen Steigungen die Mindestgeschwindigkeit nicht halten können!

Das Halten oder Parken — aus welchem Grund auch immer — ist strikt untersagt! Ausnahme davon sind Pannen, die das Erreichen der nächsten Ausfahrt nicht gestatten.

Eine ausführliche Reportage über die gesamte geplante Nord-Süd-Verbindung werden Sie in der nächsten Ausgabe unseres Fuerte-Fan-Magazins finden können.


 


Weitere Nachrichten in Kürze!