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Tragisches Ende eines
Wanderausflugs
Es sollte ein
Erinnerungsfoto an einen Wanderausflug an die Westküste auf Fuerte
werden — und es wurde zugleich das letzte Foto zweier Menschen...
Ein junges deutsches Pärchen unternahm mit einer Gruppe des an der Costa
Calma gelegenen Hotels "Barlovento" einen organisierten und geführten
Wanderausflug durch die Wüste, vorbei an den großen Windrädern hinter
der touristischen Ansiedlung im 'Cañada del Río', an die
gegenüberliegende Westküste bei La Pared. Unten an der Küste angekommen,
sollte wohl ein spektakuläres Foto die Erinnerung an jenes Erlebnis wach
halten.
Die junge Dame, Nicole G., 37 Jahre, stellte sich dafür auf einen ins
Wasser ragenden Felsen
und — wurde plötzlich von einer Welle erfasst und ins Wasser geworfen.
Ihr Freund, Frank S.,
ebenfalls 37 Jahre, zögerte keinen Moment, warf die Kamera zu Boden und
sprang zu ihrer
Rettung hinterher.
Beide wurden vorerst
nicht mehr gesehen und die restlichen Wanderteilnehmer befürchteten — zu
Recht, wie sich später herausstellte — das Schlimmste. Der einzige, der
in diesem Moment reagierte, war ein zufällig anwesender spanischer
Fuerte-Urlauber, der sogleich mit seinem Handy über die Notrufnummer 112
die Rettungsdienste informierte.
Der Rettungshubschrauber der Guardia Civil, der wenige Minuten später am
Unglücksort eintraf und sofort die Unglücksstelle aus der Luft
weiträumig absuchte, fand den Körper des jungen Mannes — bereits leblos
— in etwa eineinhalb Seemeilen Entfernung im offenen Atlantik treibend
(die Strömung, und vor allem die Unterströmung, ist an der Westküste
bekanntermaßen sehr stark!).
Die Suche nach seiner jungen Begleiterin wurde vorerst aufgegeben. Man
vermutete jene auf dem Meeresboden, eingeklemmt zwischen Steinen, in
welche sie von der Strömung gedrückt und dort festgehalten werde.
Geordert wurde die Tauchereinheit des Rettungsdienstes, um einen
eventuellen Such- und Bergungsversuch einzuleiten. Wegen der starken
Brandung wurden die Bemühungen aber bald aufgegeben.
Gegen Abend wurde der
Helikopter dann fündig. Erneut etwa eine gute Seemeile vor der Küste, in
Höhe der Siedlung 'La Pared', wurde der leblose Körper der jungen
Deutschen geortet und wenig später geborgen.
Nach der
polizeilichen Identitätsfeststellung und den forensischen Untersuchungen
wurden die Körper zur Überführung ins Heimatland freigegeben.
Den Hinterbliebenen gilt das tief empfundene Beileid aller
Mitarbeiter unserer Redaktion.
Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch den nächsten Bericht !
Der Atlantik gibt
selten wieder etwas zurück
Des Öfteren haben
wir schon über Unglücksfälle wie dem oben beschriebenen berichtet. In
den meisten Fällen ist purer Leichtsinn, Übermut oder Unwissenheit der
Auslöser.
Erst vor zwei Wochen wurde der lebloser Körper eines jungen Mannes vor
der Siedlung 'Nuevo Horizonte/Costa Antigua' an der Ostküste aus dem
Meer geborgen, vor wenigen Wochen verschwand ebenfalls an der Ostseite
Fuerteventuras ein deutscher Surfer in den Weiten des Atlantiks, gleich
einem Geschehen vor knapp einem Jahr mit einem englischen Touristen.
(wir berichteten)
Viele, die hier auf Fuerte wohnen und leben — Einheimische und
Wahl-Insulaner —, kennen die Tücken des Meeres, und dies gibt nur
äußerst selten wieder etwas her!
Uns sind nur wenige Fälle bekannt, in denen leichtsinnige Urlauber dem
nassen Tod an der Westküste um Haaresbreite entkamen. So der von Uwe K.,
dessen Ziel die ins Wasser ragenden Felsen in der Bucht von La Pared
waren. Dort angekommen, musste er feststellen, dass die Flut schneller
war als er und sie ihm bereits den Rückweg zum festen Strandboden
abgeschnitten hatte. Diese Bucht hat keinen Zugang für Rettungsgerät
gleich welcher Art und die zur Stelle gerufenen Rettungskräfte
versuchten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln dem Mann zu helfen,
was schließlich auch gelang. Zugeworfene Rettungsringe, an die jener
sich verzweifelt festklammerte, retteten sein Leben, wenn er auch
blutüberströmt an den Strand gezogen wurde, da ihn die Wellen wieder und
wieder an die zerklüfteten Felsen geworfen hatten.
Wir berichteten sowohl im Fuerte-Fan-Magazin als auch hier auf unseren
Internet-News-Seiten von den verunglückten 'pateras' mit inzwischen
Hunderten von toten Immigranten. Und alle wollten an der 'ruhigeren'
Ostküste anlanden. Die letzten 17 (!) Toten gab es erst vor zwei Tagen!
Im Sommer ist die Ostküste, die Inselseite mit den vielen schönen,
langen Sandstränden, gleich einem unschuldigen Badestrand — zumindest an
den meisten Tagen. Aber auch hier ist das Meer oftmals (besonders im
Winter) sehr launenhaft: Wind- und Wasserströmungsrichtung, Voll- oder
Neumond, ab- oder auflaufende Flut sind die Ausschlaggeber für eine
ruhige oder aufgewühlte See. Als Bagger- oder Badesee ist der Atlantik
auf keinen Fall zu betrachten !
Die Westküste ist als Badestrand nicht zu empfehlen, auch wenn
verschiedene 'Tourist-Maps' (gratis verteilte 'Touristen'-Inselkarten)
dies an verschiedenen Stellen entlang der Westküste eingezeichnet haben.
Bestes Beispiel: Schön
anzusehen aber in 99,9% aller Fälle tödlich ist der schöne, lange
Sandstrand an der Süd-Westküste bei Cofete. Nicht einmal erfahrene
Taucher mit bester Ausrüstung trauen sich dort einzutauchen — der
Unterströmung wegen. Beobachtet man dort den Wellengang und den
Meeresspiegel, stellt man ganz schnell fest, dass der Unterschied
zwischen Wellenhöhe und Wellental leicht drei Meter übersteigt, was
heißen soll: der nächste Wellenschub hebt eine Person mit Leichtigkeit
vom festen Boden hoch und zieht ihn mit dem Ablaufen gleich mit aufs
offene Meer hinaus. Ein Zurückkommen ist sehr unwahrscheinlich.
Das gleiche gilt für die gesamte Westküste, auch im nördlichen
Fuerteventura.
Das nachstehende Foto veranschaulicht wohl am besten die
Größenverhältnisse zwischen Meer und Mensch! Das Foto ist aufgenommen
worden in der Bucht von La Pared, an der Westküste.

Wir wollen niemandem
den Urlaub auf Fuerte verleiden, wir wollen aber auch nicht immer wieder
über neue Wasserleichen berichten müssen.
Angst braucht niemand vor dem Meer zu haben — aber Respekt ist angesagt!
Und auch Selbstüberschätzung kann man besser zu Hause lassen...
Wir hoffen, dass dies für lange Zeit die letzte traurige Notiz dieser
Art war, die wir weiter oben aus gegebenem Anlass veröffentlichen
mussten !
Tourismus-Prämien zum Anlass
des Welt-Tourismus-Tages vom 23. September 2005 vergeben
Wie auch in den
Jahren zuvor verlieh die kanarische Regierung, vertreten durch den
Minister für Tourismus, Manuel Fajardo, auch dieses Jahr wieder die
begehrten Preise für besondere Verdienste auf dem Tourismus-Sektor, dem
Hauptwirtschaftszweig der Kanarischen Inseln.
Die Goldmedaille wurde an Juan Andrés Melián García, den Gründer der
Reiseagenturen 'Viajes Insular', verliehen, für seine 40-jährige
Tätigkeit auf diesem Sektor.
Silber wurde dem 'La
Lajita Oasis Park' zuerkannt. Stellvertretend für alle Mitarbeiter nahm
die Präsidentin Cirila Cabrera den Preis entgegen, der mit dem Dank der
Kanarischen Regierung für inzwischen 18 Jahre Arbeit für Freizeit und
Tourismus übergeben wurde.
Und — zur
Überraschung aller und mit einem speziellen "Dankeschön" der Kanarischen
Regierung — die dritte Auszeichnung ging an den 'Servicio Canario de
Salud SCS' (kanarischer Gesundheitsdienst). Und hier nahm
stellvertretend für alle Mitarbeiter des SCS die Ministerin für das
Gesundheitswesen der Kanarischen Regierung, María del Mar Julios, die
Medaille entgegen.
Hervorzuheben dabei
sind die tagtäglichen Schwierigkeiten, mit denen das Gesundheitswesen zu
kämpfen hat. In all den Jahren wurde und wird das kanarische
Gesundheitswesen von der spanischen Zentralregierung stiefmütterlich
behandelt: es fehlt an Geldern, die nur langsam oder gar nicht von der
Festland-Regierung angewiesen werden. Überladen mit Patienten fehlt es
an Personal, da der Personalstamm lediglich nach der hier residenten
(gemeldeten) Bevölkerung berechnet wird; vergessen wird dabei, dass — am
Beispiel von Fuerteventura — außer den fast 90.000 Fuerte-Einwohnern
etwa die gleiche Zahl an Besuchern zeitlich befristet auf der Insel
lebt, die staatlichen sanitären Dienste aber jederzeit in Anspruch
nehmen kann und nimmt.
Zudem kalkuliert man
im weit entfernten Madrid noch mit Zahlen aus den Vorjahren, die schon
längst überholt sind, hat sich die Bevölkerung auf dem kanarischen
Archipel mit einer Zunahme von über 220% in den letzten vier Jahren doch
mehr als verdoppelt.
Auf dem nachstehenden Foto (v.l.n.r.):
Sr .Domínguez, Srtª Cirila Cabrera (Oasis Park), Sr. Juan A. Melián (Viajes
Insular), Mª del Mar Julios (SCS), Manuel Fajardo (Minister für
Tourismus), Srtª Parejo.

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