Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 05.10.2005)

 

Tragisches Ende eines Wanderausflugs

Es sollte ein Erinnerungsfoto an einen Wanderausflug an die Westküste auf Fuerte werden — und es wurde zugleich das letzte Foto zweier Menschen...

Ein junges deutsches Pärchen unternahm mit einer Gruppe des an der Costa Calma gelegenen Hotels "Barlovento" einen organisierten und geführten Wanderausflug durch die Wüste, vorbei an den großen Windrädern hinter der touristischen Ansiedlung im 'Cañada del Río', an die gegenüberliegende Westküste bei La Pared. Unten an der Küste angekommen, sollte wohl ein spektakuläres Foto die Erinnerung an jenes Erlebnis wach halten.

Die junge Dame, Nicole G., 37 Jahre, stellte sich dafür auf einen ins Wasser ragenden Felsen
und — wurde plötzlich von einer Welle erfasst und ins Wasser geworfen. Ihr Freund, Frank S.,
ebenfalls 37 Jahre, zögerte keinen Moment, warf die Kamera zu Boden und sprang zu ihrer
Rettung hinterher.

Beide wurden vorerst nicht mehr gesehen und die restlichen Wanderteilnehmer befürchteten — zu Recht, wie sich später herausstellte — das Schlimmste. Der einzige, der in diesem Moment reagierte, war ein zufällig anwesender spanischer Fuerte-Urlauber, der sogleich mit seinem Handy über die Notrufnummer 112 die Rettungsdienste informierte.

Der Rettungshubschrauber der Guardia Civil, der wenige Minuten später am Unglücksort eintraf und sofort die Unglücksstelle aus der Luft weiträumig absuchte, fand den Körper des jungen Mannes — bereits leblos — in etwa eineinhalb Seemeilen Entfernung im offenen Atlantik treibend (die Strömung, und vor allem die Unterströmung, ist an der Westküste bekanntermaßen sehr stark!).

Die Suche nach seiner jungen Begleiterin wurde vorerst aufgegeben. Man vermutete jene auf dem Meeresboden, eingeklemmt zwischen Steinen, in welche sie von der Strömung gedrückt und dort festgehalten werde. Geordert wurde die Tauchereinheit des Rettungsdienstes, um einen eventuellen Such- und Bergungsversuch einzuleiten. Wegen der starken Brandung wurden die Bemühungen aber bald aufgegeben.

Gegen Abend wurde der Helikopter dann fündig. Erneut etwa eine gute Seemeile vor der Küste, in Höhe der Siedlung 'La Pared', wurde der leblose Körper der jungen Deutschen geortet und wenig später geborgen.

Nach der polizeilichen Identitätsfeststellung und den forensischen Untersuchungen wurden die Körper zur Überführung ins Heimatland freigegeben.

Den Hinterbliebenen gilt das tief empfundene Beileid aller Mitarbeiter unserer Redaktion.

Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch den nächsten Bericht !
 


Der Atlantik gibt selten wieder etwas zurück

Des Öfteren haben wir schon über Unglücksfälle wie dem oben beschriebenen berichtet. In den meisten Fällen ist purer Leichtsinn, Übermut oder Unwissenheit der Auslöser.

Erst vor zwei Wochen wurde der lebloser Körper eines jungen Mannes vor der Siedlung 'Nuevo Horizonte/Costa Antigua' an der Ostküste aus dem Meer geborgen, vor wenigen Wochen verschwand ebenfalls an der Ostseite Fuerteventuras ein deutscher Surfer in den Weiten des Atlantiks, gleich einem Geschehen vor knapp einem Jahr mit einem englischen Touristen. (wir berichteten)

Viele, die hier auf Fuerte wohnen und leben — Einheimische und Wahl-Insulaner —, kennen die Tücken des Meeres, und dies gibt nur äußerst selten wieder etwas her!

Uns sind nur wenige Fälle bekannt, in denen leichtsinnige Urlauber dem nassen Tod an der Westküste um Haaresbreite entkamen. So der von Uwe K., dessen Ziel die ins Wasser ragenden Felsen in der Bucht von La Pared waren. Dort angekommen, musste er feststellen, dass die Flut schneller war als er und sie ihm bereits den Rückweg zum festen Strandboden abgeschnitten hatte. Diese Bucht hat keinen Zugang für Rettungsgerät gleich welcher Art und die zur Stelle gerufenen Rettungskräfte versuchten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln dem Mann zu helfen, was schließlich auch gelang. Zugeworfene Rettungsringe, an die jener sich verzweifelt festklammerte, retteten sein Leben, wenn er auch blutüberströmt an den Strand gezogen wurde, da ihn die Wellen wieder und wieder an die zerklüfteten Felsen geworfen hatten.

Wir berichteten sowohl im Fuerte-Fan-Magazin als auch hier auf unseren Internet-News-Seiten von den verunglückten 'pateras' mit inzwischen Hunderten von toten Immigranten. Und alle wollten an der 'ruhigeren' Ostküste anlanden. Die letzten 17 (!) Toten gab es erst vor zwei Tagen! Im Sommer ist die Ostküste, die Inselseite mit den vielen schönen, langen Sandstränden, gleich einem unschuldigen Badestrand — zumindest an den meisten Tagen. Aber auch hier ist das Meer oftmals (besonders im Winter) sehr launenhaft: Wind- und Wasserströmungsrichtung, Voll- oder Neumond, ab- oder auflaufende Flut sind die Ausschlaggeber für eine ruhige oder aufgewühlte See. Als Bagger- oder Badesee ist der Atlantik auf keinen Fall zu betrachten !

Die Westküste ist als Badestrand nicht zu empfehlen, auch wenn verschiedene 'Tourist-Maps' (gratis verteilte 'Touristen'-Inselkarten) dies an verschiedenen Stellen entlang der Westküste eingezeichnet haben.

Bestes Beispiel: Schön anzusehen aber in 99,9% aller Fälle tödlich ist der schöne, lange Sandstrand an der Süd-Westküste bei Cofete. Nicht einmal erfahrene Taucher mit bester Ausrüstung trauen sich dort einzutauchen — der Unterströmung wegen. Beobachtet man dort den Wellengang und den Meeresspiegel, stellt man ganz schnell fest, dass der Unterschied zwischen Wellenhöhe und Wellental leicht drei Meter übersteigt, was heißen soll: der nächste Wellenschub hebt eine Person mit Leichtigkeit vom festen Boden hoch und zieht ihn mit dem Ablaufen gleich mit aufs offene Meer hinaus. Ein Zurückkommen ist sehr unwahrscheinlich.

Das gleiche gilt für die gesamte Westküste, auch im nördlichen Fuerteventura.

Das nachstehende Foto veranschaulicht wohl am besten die Größenverhältnisse zwischen Meer und Mensch! Das Foto ist aufgenommen worden in der Bucht von La Pared, an der Westküste.

Wir wollen niemandem den Urlaub auf Fuerte verleiden, wir wollen aber auch nicht immer wieder über neue Wasserleichen berichten müssen.
Angst braucht niemand vor dem Meer zu haben — aber Respekt ist angesagt! Und auch Selbstüberschätzung kann man besser zu Hause lassen...

Wir hoffen, dass dies für lange Zeit die letzte traurige Notiz dieser Art war, die wir weiter oben aus gegebenem Anlass veröffentlichen mussten !

 

Tourismus-Prämien zum Anlass des Welt-Tourismus-Tages vom 23. September 2005 vergeben

Wie auch in den Jahren zuvor verlieh die kanarische Regierung, vertreten durch den Minister für Tourismus, Manuel Fajardo, auch dieses Jahr wieder die begehrten Preise für besondere Verdienste auf dem Tourismus-Sektor, dem Hauptwirtschaftszweig der Kanarischen Inseln.

Die Goldmedaille wurde an Juan Andrés Melián García, den Gründer der Reiseagenturen 'Viajes Insular', verliehen, für seine 40-jährige Tätigkeit auf diesem Sektor.

Silber wurde dem 'La Lajita Oasis Park' zuerkannt. Stellvertretend für alle Mitarbeiter nahm die Präsidentin Cirila Cabrera den Preis entgegen, der mit dem Dank der Kanarischen Regierung für inzwischen 18 Jahre Arbeit für Freizeit und Tourismus übergeben wurde.

Und — zur Überraschung aller und mit einem speziellen "Dankeschön" der Kanarischen Regierung — die dritte Auszeichnung ging an den 'Servicio Canario de Salud SCS' (kanarischer Gesundheitsdienst). Und hier nahm stellvertretend für alle Mitarbeiter des SCS die Ministerin für das Gesundheitswesen der Kanarischen Regierung, María del Mar Julios, die Medaille entgegen.

Hervorzuheben dabei sind die tagtäglichen Schwierigkeiten, mit denen das Gesundheitswesen zu kämpfen hat. In all den Jahren wurde und wird das kanarische Gesundheitswesen von der spanischen Zentralregierung stiefmütterlich behandelt: es fehlt an Geldern, die nur langsam oder gar nicht von der Festland-Regierung angewiesen werden. Überladen mit Patienten fehlt es an Personal, da der Personalstamm lediglich nach der hier residenten (gemeldeten) Bevölkerung berechnet wird; vergessen wird dabei, dass — am Beispiel von Fuerteventura — außer den fast 90.000 Fuerte-Einwohnern etwa die gleiche Zahl an Besuchern zeitlich befristet auf der Insel lebt, die staatlichen sanitären Dienste aber jederzeit in Anspruch nehmen kann und nimmt.

Zudem kalkuliert man im weit entfernten Madrid noch mit Zahlen aus den Vorjahren, die schon längst überholt sind, hat sich die Bevölkerung auf dem kanarischen Archipel mit einer Zunahme von über 220% in den letzten vier Jahren doch mehr als verdoppelt.

Auf dem nachstehenden Foto (v.l.n.r.):
Sr .Domínguez, Srtª Cirila Cabrera (Oasis Park), Sr. Juan A. Melián (Viajes Insular), Mª del Mar Julios (SCS), Manuel Fajardo (Minister für Tourismus), Srtª Parejo.


 


 


 


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