Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten(zusammengestellt am 08.01.2005) |
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Neue Verkehrsführung in Gran Tarajal Wer in diesen Tagen der Küstenstadt Gran Tarajal einen Besuch abgestattet hat, ist bestimmt erst mal in arge Bedrängnis gekommen: die gesamte Innenstadt wurde 'verkehrsflüssiger' gestaltet. Die Hauptstraße kann nur noch stadteinwärts befahren werden, geparkt wird auf beiden Seiten, gleich nach der Verkehrsinsel beim Supermarkt "Hiperdino" teilt sich die Einfallstraße: geradeaus in die Innenstadt, rechts hoch in das meistbewohnte Stadtviertel. Im Stadtkern wurden viele Straßen mit Vorfahrtberechtigung zu Sekundärstraßen, ebenso wie die bis dato schon unübersichtliche Straßenführung in dem Wohn- und Geschäftsblock zwischen der Hauptstraße und dem Supermarkt Padilla, die nun noch komplizierter geworden ist. Zudem ist die Beschilderung unvollständig, die Straßenbemalung - in gelber Farbe - ist neben und über die alte weiße gepinselt worden. Straßen, die vorher nur in die eine Richtung befahren werden konnten, sind nun nur in die andere Richtung befahrbar. Mitten im Zentrum ist die Bushaltestelle verschwunden (gehen Sie bitte zum Busbahnhof auf der Hauptstrasse!), und dort wird nun “wild” geparkt, “was das Zeug hält”, trotz gelber durchgezogener Linien und Bordsteinbemalung (was eigentlich auf ein Halteverbot hinweist) - unter den Augen des dort stationierten Polizisten, der etwas frustriert versucht, den Verkehr zu regeln... Am 05. Januar in den Abendstunden - man wartete auf die Ankunft der 'Heiligen Drei Könige' - war das Chaos dann perfekt. Es ging absolut nichts mehr. Wer auf den letzten Drücker noch Geschenke kaufen wollte (in Spanien bringen die Heiligen 3 Könige die Weihnachts-geschenke) hatte wohl das Nachsehen. Sehen Sie sich ein wenig vor, sollten Sie sich in den nächsten Wochen nach Gran Tarajal begeben, und bestehen Sie nicht unbedingt auf Ihrem gewohnten Vorfahrtsrecht (vor allem an die Residenten gedacht): mit größter Wahrscheinlichkeit haben Sie es gar nicht mehr
Bei einem Besuch in dem kleinen Fischerdorf Ajuy, gleich hinter der südlichen Gemeindehauptstadt Pájara, ist Ihnen bestimmt auch schon mal ein kleiner Natursteinbau aufgefallen, halb restauriert, halb in Ruinen. Und die Geschichte..? Die Gemeinde Pájara hat es sich in den Terminplan geschrieben, antike und bedeutende Gebäude in ihrer Gemeinde zu restaurieren und die Geschichte den Besuchern näher zu bringen. Mit Abschluss der jeweiligen Restaurierungsarbeiten werden die Gebäude in einen Kulturführer aufgenommen. Zurück zu unserem kleinen Natursteingebäude in Ajuy. Ehemals war es ein Zollhaus, in dem die Händler, die im Hafen von Ajuy anlandeten und ihre Ware auf- oder abluden, ihren Tribut beglichen. Die Errichtung des Zollhauses wird auf die Anfänge des 19. Jahrhunderts geschätzt. Die derzeitigen Einmieter sind einige wild lebende Ziegen. Im damaligen Hafen mit dem auch heute noch geläufigen Namen 'Puertito de la Peña' wurde mit Ziegen, Getreide und Kalk gehandelt. Auf dem Fußweg, der zu den Höhlen führt, findet man den inzwischen restaurierten Kalkofen, der nachweislich von 'Don Federico, él de la cal' (Don Federico, der mit dem Kalk) errichtet wurde. Das Zollhaus wurde
laut der Chroniken der Historiker auf dem Gelände des 'Coronel Pedro
Sánchez Umpiérrez' errichtet, der den Order gab, die eingenommenen
Zollabgaben an die Kirche abzuführen. Später wurde das Gelände an einen
Herrn Melchor Manrique de Lara vererbt, und heute gehört es einer
Immobiliengesellschaft namens Fierro SL, die das Gelände mit dem Gebäude
dem Gemeindekreis kürzlich zur Erhaltung und Restaurierung spendete.
Mit Herz und Verstand... Bin ich wirklich so fit wie ich mich fühle? Oder sollte ich bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten eher vorsichtig sein? Manche physischen Beeinträchtigungen fallen im ‚normalen' Leben gar nicht auf. Tatsächlich können Menschen mit zu hohem Blutdruck oder verkalkten Herzkranzgefäßen, von denen sie gar nicht wissen, jahrelang beschwerdefrei leben. Bis zum Zeitpunkt X. Die Attacke traf Markus Lehnhardt* aus heiterem Himmel. Eben noch hatte sich der dynamische Mittvierziger, der seit vielen Jahren auf Fuerteventura lebt, beim Umbau seiner Finca so richtig fit gefühlt und nun nahm ihm das plötzliche Druckgefühl in seiner Brust fast den Atem. Die Schmerzen im linken Arm und Halsbereich wurden etwas weniger, als er sich eine kurze Ruhepause gönnte. ‘Ich müsste wohl mal was für meine Kondition tun’, überlegte er. Aber keinen Augenblick dachte er daran, dass sich sein Leben ab jetzt völlig ändern würde. Am nächsten Tag suchte Markus Lehnhardt vorsichtshalber einen internistischen Facharzt auf, der nach gründlicher Untersuchung einen mittelschweren Herzinfarkt diagnostizierte. Er wurde ins Krankenhaus eingewiesen, nochmals untersucht und auf gerinnungshemmende Medikamente sowie Betablocker eingestellt. Nun war alles anders als noch vor ein paar Tagen. Aus dem sportlich-dynamischen ‚Selfmademan' war ein Herzinfarkt-Patient geworden, der eine ganze Weile brauchte, um sich von den physischen und psychischen Strapazen zu erholen. Gesund durch Wissen Doch damit nicht genug. Da es auf Fuerteventura bis vor kurzem noch keine ausreichenden Möglichkeiten zur ambulanten Nachsorge gab, wurde Markus Lehnhardt nach Las Palmas, Gran Canaria, geschickt. Als er im dortigen Krankenhaus ankam, lagen seine Unterlagen allerdings noch hier in Puerto del Rosario, und auch der Termin, den man ihm hier mitgeteilt hatte, stimmte nicht mit dem in Las Palmas überein — zwei verlorene Tage... Mittlerweile gehören diese unerfreulichen Situationen der Vergangenheit an. Dr. med. Hans-Bernd Bludau, Facharzt für Innere Medizin, hat durch entsprechende medizinische Geräte in seiner Praxis, Caleta de Fustes, sowie im Centro Clinico, Puerto del Rosario, dafür Sorge getragen, dass Patienten auch auf Fuerteventura eine fundierte ambulante Nachsorge bekommen können.
FFM: Herr Dr.
Bludau, Sie sind Facharzt für Innere Medizin. Wel-che Vorteile bietet
die ambulante Nachsorge? *Patienten-Namen wurden von der Redaktion geändert
Blinde Zerstörungswut Die Baumassnahmen in El Cotillo bleiben auf Fuerteventura im Kreuzfeuer. Das ehemalige verträumte Fischerdorf im äußersten Nordosten von Fuerteventura gleicht einem überdimensionierten Besiedlungsprojekt, von denen es auf Fuerteventura schon einige gibt, allerdings mit allerbesten Aussichten auf Erfolg. Die Lage ist einmalig, die Planung der zukünftigen Infrastruktur könnte unter Umständen Groß- und Kleinanleger überzeugen. Wäre da nicht der Makel, scheinbar gegen alle geltenden Gesetze bei der Planung und Auftrags- und Ausführungsvergabe verstoßen zu haben. Bürgerinitiativen und Demonstrationen haben der weiteren Bauausführung erstmal einen Riegel vorgeschoben. Die Gerichte werden - hoffentlich in kürzester Zeit - das weitere Vorgehen regeln (müssen). Die brach liegende Baustelle leidet allerdings tagtäglich unter der der fehlenden Beaufsichtigung. Die aufgepinselten Schriftzüge auf den neu angelegten Strassen sind das kleinere Übel. Vandalen haben allerdings vor einigen Wochen begonnen, etwa ein Dutzend der aufgestellten Straßenbeleuchtungen umzureißen. Vergangene Woche betrug die Anzahl der umgeknickten, aus der Verankerung gerissenen und zerstörten Beleuchtungskörper schon geschätzte sechzig, vielleicht auch siebzig oder mehr. Die Straßenlaternen liegen auf dem letzten Teilstück zum Leuchtturm, allesamt auf der Straße. Die geborstenen Leuchtkörper und die Scherben lassen eine Hälfte der Straße vollkommen unbefahrbar machen. Touristen auf dem Weg zum Leuchtturm sieht man verstört aus ihren Autofenstern schauen. Nicht unbedingt das beste Image, was da entsteht...! Etwas unverständlich
ist allerdings für uns auch diese blinde Zerstörungswut. Die
Straßenlaternen sehen nicht billig aus und werden letztendlich aus
Steuern bezahlt, aus unser aller Geldbeutel. Oder zahlen diese Vandalen
keine Steuern?
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