"Es geht auch anders..."
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Aus unserer Reihe über interessante Ortschaften Fuerteventuras möchten wir Ihnen diesmal einen weiteren Flecken vorstellen, dessen Entwicklung den Chronisten
beweist: Es gibt kein Naturgesetz, das besagt, touristische Zonen müssten grundsätzlich vermas(s)elt werden.
Es geht offensichtlich auch anders.
Wenn Sie die Hauptstraße FV 640 Richtung Süden fahren, erreichen Sie die Abzweigung nach Pajara - La Pared, an der engsten Stelle der Insel, kurz vor der Costa Calma.
Nach knapp 5 km durch die Wüste des Naturparks Jandía breitet sich vor Ihnen das grandiose Panorama der Westküste mit dem kleinem Ort La Pared aus. Bleiben Sie bitte nicht gleich stehen, um zu fotografieren! Eine Unsitte, die hier schon viele Unfälle verursacht hat. Halten sie Ausschau nach der extra
eingerichteten Aussichtsplattform, wo sie auch Ihr Fahrzeug parken können. 
Die Einfahrt zur Urbanisation La Pared gestaltet sich zu einem Wechselbad der Eindrücke: erst 100 m Buckelpiste ohne ein Hinweisschild (bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes hatte die
Gemeinde die Zufahrt zur Urbanisation einfach vergessen!), und dann, nach weiteren ca. 100 m, können Sie die meistfotografierte Straße Fuerteventuras, die “Avenida del Istmo”, bewundern. Inzwischen ist besagte Zufahrt genehmigt, so dass bald mit der Fortsetzung der Allee bis zur Landstraße gerechnet werden kann.

Der Reiz des Ortes wird im wesentlichen durch die
harmonische Bebauung bestimmt.
Sehr schöne, eingeschossige Bungalows bestimmen das Gesamtbild. Selbst das Hotel, eines der schönsten auf den Kanaren, fügt sich problemlos in das
Gesamtbild.
So hätten wir uns die Entwicklung der touristischen Gebiete
auf Fuerteventura -- und anderswo -- gewünscht, menschenfreundlich und umweltbezogen.
So schön es sich dort auch wohnen lässt: viel Abwechslung bietet La Pared nicht,
dafür ist das Wenige aber nur vom Feinsten.
So ist im gastronomischen Bereich in erster Linie eine seit 1978 bestehende Institution der Insel zu nennen: “Tinas Bar”. Ein Muss, wenn Sie einen schönen Abend in urgemütlicher Atmosphäre verbringen wollen. Die überall aufgehängten, stehenden, liegenden und
sitzenden Clowns dürften inzwischen eine der größten Sammlungen Europas in Privatbesitz darstellen. Alles Geschenke der vielen Stammgäste! Berühmt sind Tina´s butterweiche Filetsteaks und das unglaubliche Sortiment an Getränken aller Art zu sehr zivilen Preisen.
Leider ist die Bar nur abends ab 19 Uhr geöffnet, dafür aber mit “open end”.
Highlight der Woche ist der musikalische Frühschoppen am Sonntag ab 12 Uhr.
Da ist richtig was los, mit Gästen von der ganzen Insel.
Zur Oberklasse gehört auch das Restaurant „El Camello“, auch im Preis. Dafür können Sie in den stimmungsvoll
eingerichteten Räumen aus der längsten Speisekarte der Insel erlesenste Gerichte und Weine auswählen.
Besonders schön sind Candle-Light-Dinners im romantischen Patio oder zünftige Gelage im Biergarten. Ein Feinschmeckerlokal für’s Auge und für den Gaumen.
Geöffnet ab 13 Uhr, außer montags. Normaler in Angebot und Preis ist das Fischrestaurant „Bahia“ direkt am Strand. Dafür bietet es neben fangfrischem Fisch aller Art (das Restaurant verfügt über zwei eigene
Fischerboote) fast jeden Abend das berühmte Sonnenuntergangsspektakel von La Pared.
Geöffnet täglich ab 11 Uhr. Das wär’s dann schon an gastronomischem Angebot.
Tagsüber ist La Pared wie ausgestorben. Im Frühjahr 2002 soll ein Tagescafé eröffnen.
Bis dahin können Sie Ihren Durst nur im kleinen Supermarkt oder an der Golfschule löschen.
Üppiger sieht es freilich im sportlichem Bereich aus: Golf, Reiten und Wellenreiten stehen täglich auf dem Programm. Dies sind zwar keine unbedingten Massensportarten, aber den
durchschnittlichen Pauschaltouristen zieht’s auch nicht nach La Pared.
Die Golf-Akademie soll angeblich die aufwendigste Golfschule Europas sein und steht unter der Leitung des irischen Pro Ken Ellis. Kurzspiel auf neun
Loch-Platz. Drives bis 230 m (gegen den Wind) und intensive Schulung und Training stehen auf den Programm. Die in Deutschland erforderliche Platzreife können Sie hier bequem in einem 2-Wochenkurs erlangen. Die dritten Sonntage des Monats sind den Golfturnieren gewidmet, mit viel Spaß, attraktiven Preisen und anschließendem
Grillfest.
Clubmitgliedschaften im “Club de Golf Panorama” in La Pared können beantragt werden.
Ein Genuss der besonderen Art ist das Ausreiten auf den andalusischen Pferden
von „El
Rancho“ über die Berge, durch die Täler und am Strand entlang.
Reitkenntnisse sind nach Auskunft des Inhabers erforderlich. Viele Autogramme von bekannten Sportlern und Medienstars zieren die Reiterstube. 
Die Strände von La Pared sind zwar landschaftlich sehr eindrucksvoll, aber mit Vorsicht zu genießen. Baden am Rande oder mit den Wellen Spielen ist durchaus möglich, leichtfertiges Verhalten und körperliche
Selbstüberschätzung können jedoch sehr schnell zu brenzligen Situationen führen. Also, Sonnenbaden und Abkühlen wunderbar, aber bitte Vorsicht! Der offene Atlantik ist kein Binnensee! Diese Warnung gilt auch besonders den noch
unerfahrenen Wellenreitern.

Etwas ganz besonderes stellt das Mikroklima der Zone dar. Bedingt durch die geographischen Begebenheiten des Umlandes baut sich ganzjährig eine Meerwinddüse auf, die, gesättigt mit Meerwasseraerosolen, eine inselweit sonst nicht vorkommende Ausgeglichenheit des Klimas
bewirkt. Tag für Tag beträgt die Temperaturdifferenz maximal 4° C, ebensoviel, wie der Temperaturunterschied zwischen Januar und August ausmacht.
Diese Besonderheiten des Klimas sind z.Z. Gegenstand einer Untersuchung der Uni von Las Palmas. Man sagt der Zone auch nach, Mensch und Tier blieben länger fit.
Fazit: Es lohnt den Ausflug, auch um nur zu sehen, wie es anders geht...! .
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